Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Thanstein

 

Wenn wir immer wieder an die Brandkatastrophen in unserer Zeit denken, so müssen wir feststellen, dass trotz technisch hoch entwickelter Bekämpfungsmethoden Brände zu den größten Gefahren zählen. Obwohl sich der Mensch die guten Eingenschaften des Feuers nutzbar machte, verbreiten Großbrände immer noch Angst und Schrecken. Früher waren die Ansiedler noch ungeschützer dieser Urgewalt ausgeliefert und mußten auf einfache Art und Weise versuchen, sich gegen das Feuer zu wehren. Holzhäuser, Stroh- und Schilfdächer erleichterten dem Feuer eine rasche Verbreitung. Da die Feuerstellen in den Behausungen oft ungenügend abgesichert waren und der Kienspan ein weit verbreitetes Beleuchtungsmittel war, kann man sich vorstellen, dass durch Leichtsinn ein Feuer ausbrechen konnte und in kurzer Zeit das mühsam Aufgebaute vernichtete. Aus diesen Gründen wurde bereits im Jahre 1553 - 1561 in einer Feuerordnung des Königlich Bayerischen Bezirksamtes dem Verschuldner eines Brandes der Einzug seines Besitzes ohne Entschädigung angedroht. In den Häusern mußten Rauchfänge, welche über das Dach hinausreichten, errichtet werden. Die Regierung erließ 1670 und 1748 Verordnungen, wonach unangemeldete Feuerbeschauungen durchgeführt wurden und genau darauf geachtet werden mußte, dass kein brennbares Material an Rauchfängen und Herden gelagert war. Ebenso hatte auch jedes Haus einen Feuereimer bereitzuhalten. In den Gemeinden stellte man Nachtwächter an, die bei Feuer Alarm zu blasen hatten. Jeder wehrfähige Mann war dann zur Hilfe am Brandplatz verpflichtet. Zur Bekämpfung des Feuers reichte man Wasser in Stoff- oder Ledereimern von Hand zu Hand zum Brandort. Mit langen Feuerhaken wurde versucht, bereits brennende Gebäude einzureißen, um das Übergreifen der Flammen zu verhindern. Kriegerische Auseinandersetzungen der Burgherren vermehrten die Zerstörung von Unterkünften der meist außerhalb der schützenden Burgmauern wohnenden Bevölkerung durch Brandmarkung. Der Ausspruch: “Singend und brennend zogen die Angreifer durch das Land” läßt nur erahnen, welches Leid die Bewohner damals durchzustehen hatten. 1425 zerstörten die Hussiten Burg und Dorf Thanstein.

 

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